Kellerfenster — kleine Öffnungen mit eigenen Regeln
Kellerfenster sind billig im Einkauf und werden trotzdem regelmäßig falsch geplant. Sie sitzen in feuchter Umgebung, oft in einem Betonrahmen aus den Sechzigern, und sie sind für Einbrecher die bequemste Stelle am Haus. Wer das mitdenkt, hat für wenig Geld viel gewonnen.
Auf einen Blick
| Materialien | Kunststoff mit Stahlarmierung, Aluminium, Stahl |
|---|---|
| Uw-Wert typisch | 1,10 – 1,40 W/(m²·K) mit 2-fach-Glas |
| Gängige Maße | 50 × 30 bis 100 × 60 cm, Sondermaße üblich |
| Öffnungsarten | Kipp, Dreh-Kipp, Festverglasung |
| Altbestand | Betonzarge mit eingegossenem Stahlflügel, meist ohne Dichtung |
| Einbruchschutz | RC1N bis RC2, Gitter oder verschraubter Rost |
| Anforderung GEG | Uw ≤ 1,30 W/(m²·K) bei beheiztem Keller |
Vorteile und Grenzen im Überblick
Keine Lösung passt überall. Hier steht beides — was dafür spricht und wo die Grenzen liegen.
Dafür spricht
- Ersetzt zugige Stahlflügel aus dem Bestand ohne größeren Eingriff
- Kleine Formate sind günstig — der ganze Keller bleibt im überschaubaren Rahmen
- Kunststoffprofile mit Stahlkern vertragen Spritzwasser und Dauerfeuchte
- Vorsatzgitter oder Pilzkopfbeschlag schließen eine klassische Einstiegsstelle
Das sollten Sie wissen
- Ein dichteres Fenster verlagert Feuchte an die Wände, wenn das Lüften gleich bleibt
- Nicht jedes Profil passt in eine alte Betonzarge — manchmal muss sie heraus
- Ohne funktionierende Entwässerung steht das Wasser im Lichtschacht am Rahmen
- Bei sehr kleinen Formaten bringt Dreifachglas rechnerisch kaum noch etwas
Feuchte, Kondensat und richtiges Lüften
Die meisten Kellerprobleme sind keine Fensterprobleme. Ein neues, dichtes Element macht sie aber sichtbar — deshalb gehört das Thema vor den Einbau.
- Warum im Sommer die Wände nass werdenWarme Außenluft trägt viel Wasserdampf. Trifft sie im Keller auf Wände mit 14 Grad, fällt der Dampf als Tauwasser aus. Im Sommer deshalb nur nachts oder früh morgens lüften, nicht mittags — mittags machen Sie es schlimmer.
- Dauerkipp ist keine LüftungEin dauerhaft gekipptes Kellerfenster kühlt die Laibung aus und bringt in der warmen Jahreszeit unterm Strich mehr Feuchte herein als heraus. Kurz und mit Durchzug lüften wirkt besser und kostet weniger Wärme.
- Anschlussfuge richtig herumDie Fuge zwischen Rahmen und Wand muss innen dichter sein als außen. Ist es andersherum, zieht Raumfeuchte in die Fuge und findet außen keinen Weg heraus. Bauschaum allein erfüllt das nicht.
- Hygrometer statt BauchgefühlEin einfaches Thermo-Hygrometer zeigt, wann Lüften etwas bringt. Im Keller ist das die günstigste Maßnahme mit der größten Wirkung — deutlich günstiger als jede spätere Sanierung.
Einbausituation: Beton, Mauerwerk, Lichtschacht
Kein Kellerfenster gleicht dem anderen. Was Sie vorfinden, entscheidet über Aufwand und Preis stärker als das Fenster selbst.
- Alte BetonzargenIn vielen Häusern der Fünfziger- bis Siebzigerjahre sitzt ein einteiliger Betonrahmen mit eingegossenem Stahlfenster in der Wand. Ist die Zarge gerade und rissfrei, lässt sich ein neues Element einsetzen. Sitzt sie schief, muss sie ausgebrochen werden — das ist der teurere Fall.
- Mauerwerksöffnungen im AltbauIn den Kölner Veedeln stoßen wir auf Öffnungen, bei denen keine Kante rechtwinklig ist. Wir messen jede einzeln und fertigen auf Maß; Standardgrößen aus dem Baumarkt erzwingen sonst breite Schaumfugen, die nie dauerhaft dicht werden.
- Lichtschacht prüfenEin Schacht ohne funktionierenden Ablauf steht nach Starkregen voll, und dann steht das Wasser direkt am Rahmen. Kiesbett, Ablauf und Anschluss an die Drainage gehören zur Bestandsaufnahme, bevor bestellt wird.
- Abdeckroste sichernEin lose aufgelegter Rost ist in Sekunden abgehoben. Verschraubte Roste oder Sicherungsbolzen kosten wenige Euro je Schacht und nehmen die bequemste Route aus dem Angebot.
Gut zu wissen
Lohnt sich Dreifachverglasung im Keller?
Nur bei beheizten Kellerräumen, die tatsächlich genutzt werden. Bei einem unbeheizten Vorratskeller zahlen Sie für einen Effekt, den Sie nie merken. Hinzu kommt: Bei sehr kleinen Formaten überwiegt der Rahmenanteil, der Uw-Wert verbessert sich kaum noch. Für beheizte Räume gilt beim Austausch die GEG-Anforderung von 1,30 W/(m²·K), und die erreichen gute Zweifachgläser problemlos.
Kann ich ein Kellerfenster selbst tauschen?
Handwerklich ist das machbar, wenn die alte Zarge erhalten bleibt und Sie sauber arbeiten. Die typischen Fehler passieren an der Anschlussfuge: nur ausgeschäumt, innen nicht abgedichtet, außen zu dicht. Das Ergebnis ist eine Fuge, die Feuchte speichert. Wird die Betonzarge ausgebrochen, kommt Statik in kleinem Maßstab ins Spiel — dann gehört es in fachliche Hände.
Was kostet ein neues Kellerfenster?
Als grobe Größenordnung liegt ein Kunststoff-Kellerfenster in Standardmaß bei 150 bis 400 Euro, montiert bei 350 bis 700 Euro je Stück. Muss die alte Betonzarge heraus, kommen Stemm- und Maurerarbeiten hinzu. Werden alle Kellerfenster in einem Termin getauscht, sinken die Kosten je Fenster spürbar, weil Anfahrt und Rüstzeit nur einmal anfallen.
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