Holzfenster — wenn die Fassade den Ton angibt

Holz ist das einzige Fenstermaterial, das man reparieren statt ersetzen kann, und das einzige, das in den meisten Denkmalbereichen zugelassen ist. Dafür verlangt es Pflege. Wer beides weiß, bekommt ein Fenster, das ein Haus prägt statt nur zu verschließen.

Holzfenster in einer verwitterten Holzfassade

Auf einen Blick

Technische Eckdaten im Überblick
HölzerKiefer, Fichte, Lärche, Meranti, Eiche
Uw-Wert typisch0,85 – 1,20 W/(m²·K)
Bautiefe68 – 92 mm, oft dreifach verleimt
Lebensdauer60 Jahre und mehr bei regelmäßiger Pflege
PflegeAnstrich alle 5 – 8 Jahre, wetterseitig häufiger
Oberflächedeckend lackiert oder lasiert

Vorteile und Grenzen im Überblick

Keine Lösung passt überall. Hier steht beides — was dafür spricht und wo die Grenzen liegen.

Dafür spricht

  • In Denkmalbereichen meist die einzig zulässige Variante
  • Sehr gute Dämmwerte — Holz dämmt von Natur aus
  • Beschädigungen lassen sich abschleifen und überstreichen
  • Nachwachsender Rohstoff mit guter CO₂-Bilanz

Das sollten Sie wissen

  • Regelmäßiger Anstrich nötig, sonst leidet die Substanz
  • Höherer Anschaffungspreis als Kunststoff
  • Auf stark bewitterten Westseiten kürzere Pflegeintervalle
  • Bei Vernachlässigung droht Fäulnis an den Wetterschenkeln

Welches Holz für welche Situation

Die Holzart entscheidet über Preis, Standfestigkeit und Pflegeaufwand. Es gibt kein bestes Holz, nur ein passendes.

  • Kiefer und FichteDie günstigsten Varianten, gut für lasierte oder deckend gestrichene Fenster an geschützten Fassaden. Weicher, deshalb empfindlicher gegen Stöße.
  • LärcheVon Natur aus harzreich und damit widerstandsfähiger gegen Feuchtigkeit. Eine gute Wahl für Wetterseiten, wenn es heimisches Holz sein soll.
  • MerantiSehr formstabiles Tropenholz mit feiner Maserung, in der Fensterfertigung weit verbreitet. Achten Sie auf FSC- oder PEFC-Nachweis.
  • EicheDie härteste und teuerste Variante. Sehr langlebig, sehr formstabil, und die Maserung kommt bei lasierter Oberfläche besonders schön zur Geltung.

Historische Fenster: sanieren oder ersetzen

Gerade in der Kölner Südstadt oder in Bonn stehen wir oft vor Kastenfenstern, die hundert Jahre alt sind. Die Frage ist dann nicht automatisch, was das neue Fenster kostet.

  • Substanz prüfenIst das Holz im Kern gesund und sind nur Wetterschenkel und Anstrich hinüber, ist die Instandsetzung fast immer die bessere Wahl — technisch wie finanziell.
  • Innenebene ertüchtigenBeim Kastenfenster lässt sich die innere Ebene mit moderner Verglasung nachrüsten. Das Ergebnis kommt einem 2-fach-Fenster nahe, bei vollständig erhaltener Fassade.
  • Nachbau nach VorbildWenn die Substanz nicht mehr trägt, fertigen wir maßgenaue Nachbauten mit historischer Teilung, originalgetreuen Profilquerschnitten und moderner Technik dahinter.
  • Abstimmung mit der BehördeFür Denkmalbereiche liefern wir Ansichtszeichnungen und Materialangaben, mit denen die Abstimmung mit der Unteren Denkmalbehörde erfahrungsgemäß deutlich schneller läuft.

Gut zu wissen

Wie oft muss ich Holzfenster wirklich streichen?

Als Faustregel alle fünf bis acht Jahre, bei lasierten Oberflächen eher am unteren Ende. Entscheidend ist die Himmelsrichtung: Ein Westfenster mit Schlagregen braucht deutlich häufiger Aufmerksamkeit als ein geschütztes Nordfenster. Wichtig ist, nicht zu warten, bis der Lack reißt — dann zieht Wasser ins Holz.

Sind Holzfenster schlechter gedämmt als Kunststoff?

Nein, im Gegenteil. Holz hat von Natur aus eine niedrige Wärmeleitfähigkeit, moderne Holzfenster erreichen U-Werte um 0,85 und liegen damit auf Augenhöhe mit guten Kunststofffenstern oder darüber.

Was kostet ein Holzfenster im Vergleich?

Als grobe Orientierung liegt ein Holzfenster etwa 30 bis 60 Prozent über einem vergleichbaren Kunststofffenster, Holz-Alu nochmals darüber. Den konkreten Preis nennen wir Ihnen nach dem Aufmaß — er hängt stark von Holzart, Größe und Teilung ab.

Holzfenster in ganz Nordrhein-Westfalen

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