Rollläden nachrüsten — meist ohne neues Fenster machbar
Rollläden lassen sich in fast jedem Bestand nachrüsten, ohne dass die Fenster mit heraus müssen. Welche Bauart in Frage kommt, entscheidet die Fassade: Wo außen Platz und Genehmigung vorhanden sind, wird vorgebaut, sonst bleibt der Weg über den Fenstertausch oder eine innenliegende Lösung.
Auf einen Blick
| Vorbaurollladen je Element | ca. 2 – 3 Stunden Montage |
|---|---|
| Aufsatzrollladen | nur zusammen mit einem neuen Fenster |
| Größenordnung je Fenster | grob 400 – 900 € mit Gurt, mit Motor darüber |
| Antriebsarten | Gurtzug, Rohrmotor mit Kabel oder Funkmotor |
| Vorlauf | Fertigung nach Maß, üblich 3 – 5 Wochen |
| Einsatzgebiet | Köln und Rheinland, weitere Orte in NRW auf Anfrage |
| Gewährleistung | gesetzliche Frist, Motoren nach Herstellerangabe |
Vorteile und Grenzen im Überblick
Keine Lösung passt überall. Hier steht beides — was dafür spricht und wo die Grenzen liegen.
Dafür spricht
- Nachrüstung ohne Eingriff in Fenster und Innenausbau möglich
- Außenliegender Sonnenschutz hält die Wärme vor der Scheibe
- Verdunkelung und Sichtschutz in Schlaf- und Kinderzimmern
- Bei hochschiebesicherer Ausführung eine zusätzliche Hürde beim Aufhebeln
Das sollten Sie wissen
- Vorbaukästen verändern die Fassadenansicht sichtbar
- Der Kasten nimmt oben ein Stück der freien Fensterhöhe weg
- Motorbetrieb braucht Strom — Leitung oder Steckdose in Reichweite
- In Eigentümergemeinschaften und Denkmalbereichen zustimmungspflichtig
Aufsatz, Vorbau oder Aufputz
Drei Bauarten stehen zur Wahl. Die Entscheidung fällt weniger nach Geschmack als danach, was Öffnung und Fassade hergeben.
- AufsatzrollladenDer Kasten sitzt direkt auf dem Fensterrahmen und wird mit dem Element gefertigt. Das ist die sauberste Lösung, gedämmt und von außen kaum wahrnehmbar — aber nur sinnvoll, wenn das Fenster ohnehin erneuert wird und die Öffnung genug Höhe hergibt.
- VorbaurollladenDer Kasten wird außen über die Öffnung gesetzt, das Fenster bleibt unangetastet. Das ist der übliche Weg bei der Nachrüstung. Sichtbar bleibt eine Blende von etwa 15 bis 20 Zentimetern Höhe; abgerundete oder abgeschrägte Blenden fügen sich meist besser in eine Altbaufassade als eckige.
- Aufputz im InnenraumWenn außen weder Platz noch Genehmigung vorhanden sind, bleibt der Kasten innen über der Fensteröffnung. Er verdunkelt und schirmt Blicke ab, bringt aber kaum sommerlichen Wärmeschutz, weil die Sonnenenergie die Scheibe bereits passiert hat.
- Wenn Rollläden ausscheidenIn Denkmalbereichen oder bei fein gegliederten Fassaden sind außenliegende Kästen häufig ausgeschlossen. Realistische Alternativen sind dann außenliegende Textilscreens mit schmalen Führungen oder, wenn nur Verdunkelung gefragt ist, innenliegende Wabenplissees.
Antrieb, Steuerung und was sich mitnehmen lässt
Bei der Nachrüstung wird der Antrieb neu festgelegt. Anders als bei der Instandsetzung einer vorhandenen Anlage ist man an nichts gebunden.
- Gurt oder MotorDer Gurtzug ist günstiger und kommt ohne Strom aus, verlangt aber eine Durchführung durch die Laibung, die sauber abgedichtet werden muss. Ab etwa sechs Kilogramm Panzergewicht oder bei mehreren Fenstern in einem Raum ist der Rohrmotor die vernünftigere Wahl.
- Kabel oder FunkEin Motor mit Kabel braucht eine Zuleitung zum Schalter, im Bestand also Schlitze in der Wand. Funkmotoren kommen mit einem Anschluss am Kasten aus und werden über Handsender oder Wandtaster bedient — bei der Nachrüstung fast immer der kleinere Eingriff.
- Zeitschaltung und AutomatikÜber eine Zeit- oder Astrofunktion fahren die Panzer morgens und abends von allein. An Südfenstern ist eine Sonnenautomatik sinnvoller als eine feste Uhrzeit, weil sie schließt, bevor sich der Raum aufheizt, und nicht erst am Abend reagiert.
- Insektenschutz gleich mitbestellenViele Vorbaukästen nehmen ein Insektenschutzrollo in derselben Führungsschiene auf. Getrennt nachgerüstet wird es teurer und die Fassade wirkt unruhiger. Diese Entscheidung fällt vor der Bestellung, weil die Schiene entsprechend gefertigt werden muss.
Gut zu wissen
Brauche ich die Zustimmung der Eigentümergemeinschaft oder der Stadt?
Bei Wohnungseigentum in aller Regel ja: Alles, was außen an der Fassade sichtbar wird, betrifft das Gemeinschaftseigentum und braucht einen Beschluss. In Denkmalbereichen und dort, wo eine Gestaltungssatzung gilt, kommt eine Genehmigung dazu. Klären Sie das vor der Bestellung — nach Maß gefertigte Kästen und Blenden lassen sich nicht zurückgeben.
Bringt ein Rollladen wirklich etwas gegen Sommerhitze?
Ja, sofern er außen liegt. Die Sonnenenergie wird dann vor der Scheibe abgefangen und die Wärme bleibt draußen; innenliegende Lösungen halten allenfalls das Licht ab. Wirksam ist das aber nur, wenn tagsüber tatsächlich geschlossen wird, weshalb sich an Südfenstern die Automatik lohnt. Ein teilgeschlossener Panzer mit Lichtschlitzen bringt schon viel, ohne den Raum ganz abzudunkeln.
Muss das Fenster für die Nachrüstung ausgebaut werden?
Beim Vorbaurollladen nicht. Der Kasten wird außen über der Öffnung befestigt, die Führungsschienen sitzen seitlich in der Laibung, gearbeitet wird überwiegend von außen. Nur beim Aufsatzkasten ist der Fenstertausch Voraussetzung, weil Kasten und Rahmen dort eine Einheit bilden. Innen entsteht in beiden Fällen wenig Schmutz, im Wesentlichen an der Bohrung für die Gurtdurchführung oder die Motorleitung.
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