Fenstertausch im Altbau — das Fenster ist der einfache Teil

Im Bestand entstehen Aufwand und Kosten selten am Fenster selbst, sondern an dem, was drumherum sitzt: schiefe Laibungen, ungedämmte Rollladenkästen, mürber Putz und ein Raumklima, das nach dem Tausch anders funktioniert als vorher. Wer das früh klärt, erlebt hinterher keine Überraschung.

Altbaufassade mit Baugerüst während des Fenstertauschs

Auf einen Blick

Technische Eckdaten im Überblick
Bestandsaufnahme vor Ort1 – 2 Stunden je nach Zahl der Öffnungen
Montageleistungmeist 3 – 6 Elemente pro Tag und Team
Größenordnung je Elementgrob 700 – 1.800 € inklusive Einbau
Lüftungskonzeptnach DIN 1946-6, ab größerem Fensteraustausch gefordert
NacharbeitenPutzkante, Anstrich, Fensterbänke — getrennt einplanen
VorlaufFertigung üblicherweise 4 – 8 Wochen
EinsatzgebietKöln und Rheinland, weitere Orte in NRW auf Anfrage

Vorteile und Grenzen im Überblick

Keine Lösung passt überall. Hier steht beides — was dafür spricht und wo die Grenzen liegen.

Dafür spricht

  • Bei Einfach- oder alter Doppelverglasung sinkt der Heizbedarf deutlich
  • Kalte Fensterlaibungen und Zugluft am Sitzplatz verschwinden
  • In Innenstadtlagen wird der Straßenlärm hörbar leiser
  • Guter Moment, Rollladenkasten und Fensterbank gleich mitzuerneuern

Das sollten Sie wissen

  • Putz- und Malerarbeiten fallen zusätzlich an und werden oft vergessen
  • Nach dem Tausch ist die Wand die kälteste Fläche im Raum, nicht mehr das Fenster
  • Im Denkmalbereich sind Material, Teilung und Farbton vorgegeben
  • Bewohnte Wohnungen brauchen Staubschutz und einen abgestimmten Zeitplan

Was der Bestand anders macht als der Neubau

Im Neubau wird die Öffnung auf das Fenster hin gemauert. Im Altbau ist es umgekehrt — das Fenster muss sich der vorhandenen Öffnung fügen.

  • Laibungen ohne rechten WinkelZwischen oberer und unterer Messung liegen in Gründerzeitbauten gern zwei bis drei Zentimeter. Wir legen vorab fest, wo Luft bleibt und wo mit Anschlussprofilen oder Putz ausgeglichen wird. Ein Element aus dem Standardraster passt in solchen Öffnungen praktisch nie.
  • Rollladenkästen aus der BauzeitDer alte Kasten ist meist ein dünner Holz- oder Betonkörper ohne Dämmung und damit die kälteste Stelle der Öffnung. Entweder wird er ausgebaut und durch ein Element mit gedämmtem Aufsatzkasten ersetzt, oder er bleibt und wird innen gedämmt und abgedichtet.
  • Innendämmung und KondensatIst die Außenwand innen gedämmt, verschiebt sich der Taupunkt an den Fensteranschluss. Der Dämmkeil muss dann ein Stück in die Laibung geführt und die Dampfbremse sauber angebunden werden, sonst wird ausgerechnet die innere Ecke feucht.
  • Denkmalbereich und GestaltungssatzungIn geschützten Bereichen gibt die Behörde Material, Ansichtsbreite, Teilung und Farbton vor, teils auch die Glasart. Das ist planbar, kostet aber Vorlauf: Bestellen Sie erst nach der Abstimmung — Änderungen an bereits gefertigten Elementen sind teuer.

Lüftung, Nacharbeiten und Terminplanung

Der Einbau ist der kürzere Teil des Projekts. Was vorher geklärt und nachher nachgearbeitet wird, entscheidet über das Ergebnis.

  • Lüftungskonzept nach DIN 1946-6Wird mehr als ein Drittel der Fenster eines Gebäudes getauscht, ist rechnerisch nachzuweisen, dass der Feuchteschutz auch ohne Zutun der Bewohner gesichert ist. Reicht die verbleibende Undichtheit nicht, kommen Fensterfalzlüfter, Außenwandlüfter oder eine Lüftungsanlage in Betracht.
  • Putzkante und MalerarbeitenBeim Ausbau bricht die innere Putzkante fast immer aus. Kleine Ausbrüche schließen wir mit Anputzleisten, größere Flächen sind Sache des Malers. Planen Sie das als eigenen Posten ein, statt es hinterher als Mangel zu erleben — es gehört zu jedem Fenstertausch im Bestand.
  • Fensterbänke innen und außenAlte Naturstein- oder Holzbänke passen selten weiter, weil Auflagetiefe und Anschlusshöhe zum neuen Profil nicht mehr stimmen. Außen achten wir auf ausreichendes Gefälle und seitliche Bordprofile, damit kein Wasser hinter den Putz läuft.
  • Jahreszeit und ReihenfolgeBei mehreren Fassaden legen wir eine Reihenfolge fest und schließen jede geöffnete Stelle noch am selben Tag. Vom Ausbau bei Dauerfrost raten wir ab, weil Kleber, Folien und Dichtstoffe Mindesttemperaturen brauchen. In Obergeschossen entscheidet früh, ob Hebebühne oder Gerüst nötig sind.

Gut zu wissen

Brauche ich wirklich ein Lüftungskonzept?

Wenn Sie mehr als ein Drittel der vorhandenen Fenster tauschen, sieht die DIN 1946-6 das vor, und Förderprogramme fragen es regelmäßig ab. Das Ergebnis ist oft unspektakulär: In vielen Bestandsgebäuden genügt der Nachweis über Fensterfalzlüfter. Wichtiger als das Papier ist die Konsequenz daraus — nach dem Tausch ist das Gebäude dichter, und Feuchtigkeit muss aktiv nach draußen.

Wie lange dauert der Tausch in einer bewohnten Wohnung?

Rechnen Sie mit drei bis sechs Elementen pro Tag und Team, dazu einen weiteren Tag für Fensterbänke und Feinarbeiten. Eine typische Vierzimmerwohnung ist damit in zwei bis drei Tagen durch. Offen ist immer nur die Öffnung, an der gerade gearbeitet wird. Putz- und Malerarbeiten laufen danach getrennt und brauchen noch einmal eigene Termine.

Lohnt sich Dreifachverglasung in einem ungedämmten Altbau?

Nicht in jedem Fall. Sinkt der U-Wert des Fensters deutlich unter den der ungedämmten Außenwand, wird die Wand zur kältesten Fläche im Raum, und Feuchtigkeit schlägt sich dort nieder statt am Glas. In solchen Gebäuden ist eine gute Zweifachverglasung mit sorgfältigem Anschluss oft die klügere Wahl. Ist die Fassadendämmung ohnehin geplant, spricht nichts gegen drei Scheiben.

Weitere Varianten im Bereich Montage & Reparatur

Fenstertausch im Altbau in ganz Nordrhein-Westfalen

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