Demontage und Entsorgung — sauber raus, sortenrein weg

Der Ausbau ist der Arbeitsschritt, bei dem am meisten kaputtgehen kann, und der am seltensten besprochen wird. Wer Altfenster mit dem Brecheisen aus der Wand holt, spart eine halbe Stunde und produziert einen Tag Putzarbeit. Dazu kommt die Frage, wohin das Material anschließend gehört.

Container mit ausgebauten Bauteilen zur Entsorgung

Auf einen Blick

Technische Eckdaten im Überblick
Ausbau je Fensterca. 30 – 60 Minuten, je nach Einbauart
Größenordnung Entsorgunggrob 25 – 60 € je Fensterelement
ContainerAbsetzcontainer ab 3 m³, bei größeren Objekten üblich
TrennungGlas, Rahmenmaterial und Beschlagstahl getrennt gesammelt
NachweiseWiegescheine und Entsorgungsbelege auf Wunsch
VorlaufStellfläche und ggf. Erlaubnis für den Container 1 – 2 Wochen
EinsatzgebietKöln und Rheinland, übriges NRW nach Absprache

Vorteile und Grenzen im Überblick

Keine Lösung passt überall. Hier steht beides — was dafür spricht und wo die Grenzen liegen.

Dafür spricht

  • Ausbau ohne Ausbrüche in Laibung und Putzkante
  • Materialien werden getrennt statt als Mischabfall abgekippt
  • Belege für Förderanträge und Eigentümergemeinschaften verfügbar
  • Kein eigener Transport zum Wertstoffhof und keine Anhängermiete

Das sollten Sie wissen

  • Entsorgung ist eine eigene Kostenposition, kein kostenloser Nebeneffekt
  • Container brauchen Stellfläche, im Kölner Innenbereich oft mit Erlaubnis
  • Bei bestätigtem Asbestfund übernimmt diesen Teil ein zugelassener Fachbetrieb
  • Sehr große Festverglasungen erfordern Hebehilfe oder zusätzliche Leute

Ausbauen, ohne die Öffnung zu beschädigen

Wie ein Fenster herauskommt, hängt davon ab, wie es hineingekommen ist. Deshalb wird zuerst gesucht, wo Anker, Dübel und Schaum sitzen.

  • Erst zerlegen, dann hebenFlügel werden ausgehängt, Scheiben aus festen Feldern ausgeklotzt und einzeln abgetragen. Ein zerlegter Rahmen lässt sich kontrolliert lösen; ein komplettes Element im Ganzen herauszuziehen belastet die Laibung ohne Not und macht die Sache schwerer als nötig.
  • Rahmen aufschneiden statt herausreißenDer Blendrahmen wird mit Säbelsäge oder Tauchschnitt an mehreren Stellen durchtrennt und dadurch entspannt. Anschließend lassen sich die Teilstücke aus der Fuge kippen, ohne dass Mauerwerk oder Putz mitkommen.
  • Putzkante anschneidenDie innere Putzkante bricht am ehesten aus. Wird sie vorher mit dem Cutter entlang des Rahmens angeschnitten, folgt der Riss dieser Linie statt in die Wandfläche zu laufen. Das reduziert die spätere Nacharbeit spürbar.
  • Fensterbank und RollladenkastenAlte Fensterbänke sitzen häufig im Mörtelbett und ziehen beim Herausnehmen Putz mit. Kästen aus Holzwolle-Leichtbauplatten zerbröseln beim Öffnen — für beides planen wir Zeit, Abdeckung und Absaugung ein, statt es nebenher zu erledigen.

Wohin das Altmaterial geht

Altfenster sind Bauabfall, kein Sperrmüll. Getrennt gesammelt lässt sich der größte Teil verwerten; gemischt wird alles zum Restabfall und teurer.

  • KunststofffensterPVC-Rahmen werden geschreddert, von Glasresten und Stahleinlage befreit und zu Rezyklat verarbeitet, das im Kern neuer Profile wieder eingesetzt wird. Voraussetzung ist, dass Beschläge und Scheiben vorher heraus sind — deshalb trennen wir bereits auf der Baustelle.
  • Glas und MetallteileIsolierglas gehört wegen des Randverbunds nicht in die Behälterglasverwertung, sondern zu Aufbereitern für Flachglas. Beschlagteile und Stahlarmierungen sind sortenreiner Schrott, der an der Waage sogar etwas einbringt und die Entsorgungskosten leicht senkt.
  • Holzfenster mit altem AnstrichLackierte Altholzfenster zählen als behandeltes Holz und gehen in die entsprechende Altholzkategorie zur thermischen Verwertung. Bei Anstrichen aus der Zeit vor 1990 kann Blei enthalten sein. Dann wird nicht geschliffen, sondern staubarm demontiert und getrennt gesammelt.
  • Verdacht auf AsbestIn Gebäuden bis etwa Mitte der Achtzigerjahre können Kleber unter Fensterbänken, Brüstungsplatten oder Fugenmassen Asbest enthalten. Ein Materialtest im Labor schafft Klarheit. Fällt er positiv aus, übernimmt ein nach TRGS 519 zugelassener Betrieb diesen Teil, und wir arbeiten erst danach weiter.

Gut zu wissen

Was kostet die Entsorgung der alten Fenster?

Als Größenordnung rechnen Sie mit etwa 25 bis 60 Euro je Element, abhängig von Größe, Material und davon, ob ein Container gestellt oder direkt zur Annahmestelle gefahren wird. Bei größeren Objekten wird nach Gewicht abgerechnet, dann liegt der Einzelpreis niedriger. Wir weisen die Position im Angebot getrennt aus, damit Sie sie vergleichen oder selbst übernehmen können.

Kann ich die alten Fenster selbst zum Wertstoffhof bringen?

In kleiner Menge meist ja. Die Annahmestellen nehmen Bauabfall und Altholz von Privatleuten gegen Gebühr an, allerdings mengenbegrenzt und nach Fraktionen getrennt. Bei zwei bis drei Fenstern kann sich das lohnen. Ab etwa fünf Elementen ist ein Container oder unsere Abholung günstiger, sobald man Fahrten, Anhängermiete und Zeit ehrlich einrechnet.

Muss ich vor dem Ausbau auf Schadstoffe prüfen lassen?

Für Privatleute ist das keine Pflicht, bei älteren Gebäuden aber sinnvoll. Deuten Baujahr und Bauweise auf die Zeit vor 1990, empfehlen wir eine Materialprobe von Fensterbankkleber oder Fugenmasse; das kostet wenig und dauert wenige Tage. Findet sich nichts, läuft der Ausbau ganz normal. Findet sich etwas, ändert das die Reihenfolge der Arbeiten — besser vorher als mittendrin.

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