Barrierefreie Türen — Maße, Bedienkräfte und was gefördert wird

Barrierefrei ist kein Gefühl, sondern eine Reihe von Zahlen: lichte Breite, Schwellenhöhe, Drückerhöhe, Bedienkraft und die Fläche vor der Tür. Werden alle eingehalten, funktioniert die Tür mit Rollstuhl, Rollator und Umzugskarton gleichermaßen. Fehlt eine, nützen die anderen wenig.

Barrierefreier Zugang mit Glastür und Rollstuhl im Flur

Auf einen Blick

Technische Eckdaten im Überblick
RegelwerkDIN 18040-1 öffentlich, DIN 18040-2 Wohnungen
Lichte Durchgangsbreitemind. 80 cm, 90 cm bei rollstuhlgerechter Nutzung
Lichte Durchgangshöhemind. 205 cm
Untere Türanschlägegrundsätzlich 0 cm, wenn unabweisbar max. 2 cm
Drückerhöhe85 cm über Fertigfußboden
Bedienkraftmax. 25 N, Klasse 3 nach DIN EN 12217
Bewegungsfläche150 × 150 cm vor der Tür, 50 cm frei neben dem Drücker

Vorteile und Grenzen im Überblick

Keine Lösung passt überall. Hier steht beides — was dafür spricht und wo die Grenzen liegen.

Dafür spricht

  • Nutzen unabhängig vom Alter — Kinderwagen, Rollator, sperrige Möbel
  • Einmal breit ausgeführte Öffnungen bleiben dauerhaft nutzbar
  • Drehflügelantriebe lassen sich an vielen Bestandstüren nachrüsten
  • Maßnahmen im Bestand sind häufig bezuschussbar, wenn vorher beantragt

Das sollten Sie wissen

  • 90 cm lichte Breite bedeutet ein Türblatt in Baurichtmaß 100 — im Bestand oft Durchbrucharbeit
  • Nullschwellen an Außentüren sind bauphysikalisch anspruchsvoll und teurer
  • Türschließer an Brandschutztüren und geringe Bedienkraft schließen sich fast aus
  • Die Bewegungsfläche vor der Tür scheitert im Altbau öfter als die Türbreite

Die Maße, auf die es ankommt

Die DIN 18040 beschreibt Türen nicht als Produkt, sondern als Bewegungsablauf. Deshalb geht es nie nur um das Blatt, sondern immer auch um den Raum davor und dahinter.

  • Lichte DurchgangsbreiteGemeint ist das freie Maß bei 90 Grad geöffneter Tür, nicht die Zargenaußenkante. Für 90 Zentimeter licht brauchen Sie ein Türblatt im Baurichtmaß 100 und eine entsprechend große Rohbauöffnung. DIN 18040-2 verlangt 80 Zentimeter im Regelfall, 90 Zentimeter für rollstuhlgerechte Wohnungen.
  • BewegungsflächenAuf der Aufschlagseite einer Drehflügeltür sind 150 mal 150 Zentimeter freie Fläche nötig, dazu 50 Zentimeter Wandabstand neben dem Drücker. Nur so lässt sich mit dem Rollstuhl heranfahren und die Tür aufziehen, ohne zurücksetzen zu müssen. Im Bestand ist das der häufigste Knackpunkt.
  • Drücker und GriffeDer Drücker sitzt 85 Zentimeter über dem fertigen Fußboden. Bügelform statt Knauf, weil sich ein Knauf ohne festes Zupacken nicht drehen lässt. Gleiches gilt für Schlüssel und Verriegelungen: bedienbar mit einer Hand und ohne Kraftaufwand im Handgelenk.
  • SchwellenUntere Türanschläge sind zu vermeiden. Sind sie technisch unabweisbar, dürfen sie höchstens zwei Zentimeter hoch sein. Diese zwei Zentimeter sind die Ausnahme und kein Planungsziel — bei Innentüren gibt es praktisch nie einen Grund, sie auszuschöpfen.

Antriebe, Bedienkräfte und Fördermittel

Zwischen der geforderten leichten Bedienbarkeit und dem, was Brand- und Rauchschutz verlangen, entsteht regelmäßig ein Konflikt. Für den gibt es technische Lösungen und in Teilen öffentliche Zuschüsse.

  • Öffnungskraft begrenzenDIN EN 12217 Klasse 3 bedeutet höchstens 25 Newton zum Öffnen. Ein obenliegender Türschließer, wie ihn Rauchschutztüren brauchen, liegt darüber. Ausweg ist ein Freilaufschließer, der die Tür im Alltag frei laufen lässt und erst bei Alarm schließt — oder gleich ein Antrieb.
  • DrehflügelantriebEin Antrieb über der Zarge öffnet auf Taster, Funk oder Sensor und hält die Tür definiert offen. Er braucht 230 Volt, eine Absicherung gegen Einklemmen und eine durchdachte Taster-Position: etwa 85 Zentimeter hoch und deutlich außerhalb des Schwenkbereichs, damit man beim Auslösen nicht im Weg steht.
  • Zuschuss der PflegekasseBei anerkanntem Pflegegrad werden wohnumfeldverbessernde Maßnahmen bezuschusst, in der Größenordnung von 4.000 Euro je Maßnahme. Verbreiterte Türen, Schwellenabbau und Antriebe fallen darunter. Den aktuell gültigen Betrag nennt Ihnen die Pflegekasse; der Antrag muss vor Beginn der Arbeiten gestellt sein.
  • KfW Altersgerecht UmbauenÜber das Programm Altersgerecht Umbauen gibt es einen zinsgünstigen Kredit, Zuschussvarianten werden je nach Haushaltslage angeboten oder ausgesetzt. Türmaßnahmen zählen dazu, wenn die technischen Mindestanforderungen eingehalten werden. Prüfen Sie den Stand vor der Beauftragung — gefördert wird nur, was noch nicht beauftragt ist.

Gut zu wissen

Reicht es, ein breiteres Türblatt einzubauen?

Nur in Ausnahmefällen. Die lichte Breite hängt an der Rohbauöffnung, und die gibt bei den üblichen Bestandsmaßen keine zusätzlichen Zentimeter her. Wenn zwischen Wunsch und Bestand nur wenig fehlt, hilft manchmal ein Beschlag, der das Blatt weiter aus der Öffnung schwenkt. Sonst ist es eine Maurerarbeit mit Sturz und statischer Prüfung.

Muss eine barrierefreie Tür automatisch öffnen?

Nein. Die Norm fordert keinen Antrieb, sondern eine begrenzte Bedienkraft von höchstens 25 Newton. Eine leichtgängige Innentür ohne Türschließer erfüllt das ganz ohne Technik. Ein Antrieb wird erst dann nötig, wenn zwingend ein Schließer eingebaut sein muss, wie bei Rauchschutztüren im Treppenhaus, oder wenn die nutzende Person die Tür aus eigener Kraft nicht bewegen kann. Vorher lohnt es sich, Bänder und Schließblech zu prüfen.

Gilt DIN 18040 auch für mein Einfamilienhaus?

Verbindlich ist die Norm dort, wo sie über die Landesbauordnung eingeführt ist, also vor allem bei öffentlich zugänglichen Gebäuden und anteilig im Wohnungsneubau. Für den privaten Umbau im Bestand ist sie keine Pflicht, und niemand kontrolliert Ihre Türbreiten. Als Planungsgrundlage ist sie trotzdem sinnvoll, weil sich die Fördermittelgeber bei ihren technischen Mindestanforderungen an denselben Maßen orientieren — wer danach baut, hat die Nachweise beisammen.

Barrierefreie Türen in ganz Nordrhein-Westfalen

Unser Sitz ist Köln, im Einsatz sind wir in ganz NRW:

Interesse an Barrierefreie Türen?

Kostenlose Beratung und Aufmaß vor Ort — unverbindlich und ohne Anfahrtskosten.

Angebot anfordern