Dichtungen erneuern — kleiner Aufwand, großer Unterschied

Gummidichtungen sind Verschleißteile. Nach fünfzehn bis zwanzig Jahren werden sie hart, reißen ein und verlieren ihre Rückstellkraft. Dann zieht es, obwohl das Fenster geschlossen ist — und das lässt sich für kleines Geld beheben.

Erneuern der Dichtung an einer Fensterfuge

Auf einen Blick

Technische Eckdaten im Überblick
Dauerca. 1 Stunde je Fenster
Lebensdauer neu15 – 20 Jahre
MaterialEPDM, Silikon, TPE
EbenenAnschlag-, Mitteldichtung, teils dritte Ebene
Erkennbar anZugluft, Pfeifen, harter Gummi, Risse
TestPapierstreifen einklemmen — lässt er sich leicht ziehen, ist es Zeit

Vorteile und Grenzen im Überblick

Keine Lösung passt überall. Hier steht beides — was dafür spricht und wo die Grenzen liegen.

Dafür spricht

  • Sehr geringe Kosten im Verhältnis zur Wirkung
  • Zugluft und Pfeifgeräusche verschwinden sofort
  • Kein Eingriff in Rahmen, Putz oder Tapete
  • Auch bei älteren Fenstern fast immer machbar

Das sollten Sie wissen

  • Bringt nichts, wenn die Ursache am Beschlag liegt
  • Für sehr alte Profile ist das passende Profil manchmal schwer zu finden
  • Bei Einfachverglasung bleibt der Dämmwert schlecht
  • Muss nach 15 bis 20 Jahren erneut gemacht werden

Wann die Dichtung wirklich schuld ist

Zugluft hat drei mögliche Ursachen. Bevor wir tauschen, prüfen wir, welche davon vorliegt — sonst ersetzen wir ein Teil, das gar nicht das Problem war.

  • Der PapiertestEin Blatt Papier in den geschlossenen Falz klemmen und ziehen. Rutscht es leicht heraus, liegt das Fenster dort nicht an — entweder Dichtung oder Anpressdruck.
  • Gummi prüfenIst die Dichtung hart, spröde oder eingerissen und federt beim Eindrücken nicht zurück, hat sie ihre Aufgabe hinter sich.
  • Anpressdruck zuerstIst der Gummi noch elastisch, liegt es meist am Beschlag. Dann reicht Nachstellen und die Dichtung bleibt drin.
  • Anschlussfuge kontrollierenZieht es nicht am Flügel, sondern zwischen Rahmen und Wand, ist die Bauanschlussfuge undicht — das ist ein anderer Fall und braucht eine andere Lösung.

Wie der Tausch abläuft

Der Austausch ist unspektakulär, aber es kommt auf das richtige Profil an.

  • Profil bestimmenEs gibt hunderte Dichtungsprofile. Wir nehmen ein Musterstück und wählen das passende — ein zu kleines Profil dichtet nicht, ein zu großes macht den Griff schwer.
  • Alte Dichtung ziehenSie wird aus der Nut gezogen, die Nut anschließend von Altgummi und Staub befreit.
  • Neue einlegenOhne Zug einlegen und in den Ecken sauber stoßen oder auf Gehrung schneiden. Wird die Dichtung gestreckt eingebaut, zieht sie sich später zusammen und die Ecken werden undicht.
  • Anpressdruck nachstellenZum Schluss stellen wir die Schließzapfen auf die neue Dichtung ein — sonst ist das Fenster entweder immer noch undicht oder plötzlich schwergängig.

Gut zu wissen

Woran merke ich, dass die Dichtung fällig ist?

Am deutlichsten am Papiertest: Blatt in den Falz klemmen, Fenster schließen, ziehen. Geht es ohne Widerstand heraus, liegt das Fenster dort nicht an. Dazu die Sichtprüfung — harter, rissiger Gummi, der beim Eindrücken nicht zurückfedert, ist am Ende.

Kann ich Dichtungen selbst wechseln?

Grundsätzlich ja, das ist keine Raketentechnik. Die Schwierigkeit liegt darin, das exakt passende Profil zu finden und es spannungsfrei einzulegen. Wird es gestreckt eingebaut, sind die Ecken nach ein paar Monaten wieder undicht.

Lohnt sich das bei einem 25 Jahre alten Fenster?

Wenn Rahmen und Beschlag in Ordnung sind und es 2-fach verglast ist: auf jeden Fall. Sie beheben die Zugluft für einen Bruchteil eines neuen Fensters. Bei Einfachverglasung dagegen bleibt das Fenster auch mit neuer Dichtung schlecht gedämmt — dann ist Austausch die bessere Rechnung.

Dichtungen erneuern in ganz Nordrhein-Westfalen

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